Herzlich willkommen auf den Webseiten des Arbeitskreises
Wissenschaft-Technologie-Wirtschaft (kurz: WiTechWi)

in der Kulturkreis Schwalbach a.Ts. GmbH.
Der Arbeitskreis WiTechWi wurde im September 2002 gegründet. Normalerweise jeden zweiten Mittwoch im Monat finden Veranstaltungen zu Themen aus Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft statt, zu denen jeder Interessierte herzlich eingeladen ist (siehe auch Selbstverständnis von WiTechWi).

Wegen des Corona-Virus finden unsere Vorträge zur Zeit nur im Bürgerhaus statt.

Vortrag: „Tracking durch Cookies, Browser, Fingerprinting und andere Methoden"

Mittwoch, 19. Januar 2022 und Mittwoch, 26. Januar, von 19.30 – 21.30 Uhr
im Bürgerhaus Schwalbach, geändert: Raum 1

Wegen großem Interesse 2 Termine!

 

© pixabay

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Techniken mit denen aktuell versucht wird, Ihr Surfverhalten zu verfolgen,  Sie zu identifizieren und möglichst umfassend personenbezogene Daten über Sie zu sammeln. Es werden Hinweise gegeben wie Sie Ihre Privatsphäre besser schützen können.
Nach einer allgemeinen Einführung über die Ziele von Tracking im Web wird die Funktionsweise von klassischen Cookies betrachtet und moderne Alternativen dazu vorgestellt. Es werden die Überwachungspotenziale von Google Analytics und das wirklich bösartige Browser-Fingerprinting dargestellt. In einer kurzen Demo werden Werkzeuge für einen verbesserten Datenschutz und Ihre Grenzen aufgezeigt.

Im Anschluss werden die aktuellen Initiativen von Google und Apple diskutiert, mit denen die Techgiganten die Zukunft der Werbung im Web verändern wollen. Abschließend wird die Frage gestellt, ob Werbung für ein freies Internet unerlässlich ist.

Referent: Gunter Eger,

Senior Information Systems Analyst bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Eintritt ist frei. Sie erhalten die Einlass-Tickets bis Montag, 17.01.2022, bzw. Montag,, 24.01.2022, ausschließlich in der Geschäftsstelle der Kulturkreis GmbH, es gibt keine Abendkasse.

Die Veranstaltung beinhaltet ein Hygienekonzept und es gilt die 2G-Regel.
Veranstalter: Kulturkreis und AK WiTechWi


NASA's Parker Solar Probe Touches The Sun For The First Time

Ein Satelit der NASA zur Erkundung der Sonne hat das erste Mal die Sonnenkorona erreicht.
Sehen Sie hier den NASA-Film dazu. Eine deutsche Übersetzung des gesprochenen Texts finden Sie weiter unten.

Hier eine Übersetzung des gesprochenen Textes:

Im August 2018 startete die NASA in Cape Canaveral, Florida, die Parker Solar Probe, um die Sonne zu berühren. Nachdem wir einige Jahre damit verbracht ha-ben, unserem Stern näher zu kommen, ist die Raumsonde endlich angekommen. "Es ist wunderbar. Parker Solar Probe berührt die Sonne.“

Das ist Nour Raouafi, der Projektwissenschaftler der Mission. Auf diesen Moment hat er seit Beginn seiner Karriere gewartet. „Das ist ein wahr gewordener Traum. Eines der Hauptziele der Parker Solar Probe-Mission ist es, durch die Sonnenkorona zu fliegen, und das tun wir jetzt.“

Was bedeutet es also, die Sonne zu berühren? Um dies zu beantworten, müssen wir uns die Struktur der Sonne ansehen. Im Gegensatz zur Erde hat unsere Sonne keine feste Oberfläche. Es ist eine riesige Kugel aus heißem Plasma, die durch ihre eigene Schwerkraft zusammengehalten wird. Solares Material fließt aus der Ober-fläche heraus. Aber um die Sonne herum ist es durch die Schwerkraft und das Magnetfeld der Sonne gebunden. Dieses Material bildet die Atmosphäre der Sonne – die Korona. Schließlich entkommt ein Teil dieses heißen und schnellen Sonnen-materials dem Sog der Sonne und strömt als Sonnenwind in den Weltraum. Die Grenze, die den Rand der Sonnenatmosphäre markiert, wird als kritische Alfvén-Oberfläche bezeichnet. Wir wussten nicht genau, wo diese Grenze war. Aber zum ersten Mal in der Geschichte hat ein Raumschiff sie überquert. Parker Solar Probe wagte sich in die Korona und berührte Sonnenmaterial, das noch an die Sonne ge-bunden ist.

Die dünne Korona ist die meiste Zeit zu schwach, um sie zu sehen, aber sie wird während totaler Sonnenfinsternisse enthüllt. Seit Jahrhunderten untersuchen wir die Atmosphäre der Sonne während Finsternisse, weil sie wichtig ist, um zu verste-hen, wie unser Stern das Leben im Sonnensystem beeinflusst.

Doch vieles an der Korona bleibt ein Rätsel. „Zwei der schwierigsten wissenschaftli-chen Geheimnisse der Astrophysik treten in einer Region auf, die wir Sonnenkoro-na nennen.“ Das erste Geheimnis betrifft die Temperatur. Die Korona ist etwa 300-mal heißer als die Photosphäre, die sichtbare Oberfläche der darunter liegenden Sonne. Zweitens fließt ein ständiger Strom von Partikeln von der Sonne, der als Sonnenwind bekannt ist. Es beschleunigt bis zu Millionen von Meilen pro Stunde aus der Korona und wir wissen nicht wie. Sonnenwind kann unsere Satelliten und Tech-nologie stören. Um sie besser zu schützen, müssen wir dorthin gehen, wo der Son-nenwind beginnt – in der Korona.

Der Weg dorthin ist also schon seit einiger Zeit eines der Hauptziele der NASA. Die Idee, ein Raumschiff zur Sonne zu schicken, haben wir erstmals 1958 vorgeschla-gen. Bis in die 2000er Jahre hatten wir nicht die Technologie, um der Reise stand-zuhalten. Parker steuert seit seiner Einführung im Jahr 2018 auf unsere Sonne zu. Dann, im April 2021, während Parkers achter Umlaufbahn um die Sonne, befand sich die Raumsonde etwa 20 Sonnenradien oder 8 Millionen Meilen von der Son-nenoberfläche entfernt, als sie in die Korona eindrang.

„Das ist ein riesiger Meilenstein. Wir haben über sechs Jahrzehnte gebraucht, um an diesen Punkt zu gelangen.“ Als Parker die Korona betrat, nahm sein WISPR-Instrument diese Bilder auf. Plasmaströme umgaben die Raumsonde und Parkers andere Instrumente stellten fest, dass sich die magnetischen Bedingungen geän-dert hatten. Außerhalb der Korona sprudelt Sonnenwind heraus und schiebt Son-nenmaterial mit hoher Geschwindigkeit weg, damit es nicht zur Sonnenoberfläche zurückkehren kann. Innerhalb der Korona wird das Magnetfeld der Sonne viel stär-ker. Sonnenmaterial ist langsamer und an die Sonne gebunden. Anstelle einer glat-ten Trennung stellte Parker fest, dass die Grenze zwischen diesen beiden Seiten faltig ist.

Diese holprigen Grate werden durch riesige Plasmaströme erzeugt, die aus der Ko-rona ausströmen. Wissenschaftler sind sich nicht sicher, warum dies geschieht, aber als Parker näher kommt, finden wir weitere Hinweise. Vor dem Eintritt in die Korona hatte Parker Knicke im Sonnenwind gesehen, bei denen er sich kurzzeitig in sich selbst zurückdrehen würde. Wissenschaftler nannten diese Merkmale Sonnen-wind-Serpentinen. Aber niemand wusste, wie oder wo sie entstanden sind. Im Jahr 2021 verfolgte die Raumsonde schließlich Serpentinen zu einem ihrer Ursprünge. Als Parker der Sonne noch näher kam, entdeckte er Ausbrüche von Serpentinen. Wissenschaftler verfolgten diese Ausbrüche bis zur sichtbaren Oberfläche der Son-ne. Hier sehen wir verschiedene Zellen. Wenn die Wärme darunter aufsteigt, dre-hen sich diese Konvektionszellen und erzeugen Trichter aus magnetischer Energie über der Oberfläche. Wissenschaftler fanden heraus, dass sich in diesen Trichtern Serpentinen bilden, bevor sie in die Korona und darüber hinaus aufsteigen. Dies ist jedoch nur ein Teil des Puzzles der Serpentinen. Wie sie sich genau bilden, ist noch unbekannt.

In den nächsten Jahren wird Parker weiterhin nach Hinweisen suchen, während er unsere Sonne erforscht, den einzigen Stern, den wir aus der Nähe untersuchen können. Die Sonne ist auch der einzige Stern, von dem bekannt ist, dass er Leben unterstützt. Daher ist es wichtig, sie zu verstehen, wenn wir nach Leben außerhalb unseres Sonnensystems suchen. „Das führt direkt zu der Frage – sind wir allein in diesem Universum? Und das ist eine der größten Fragen, die die Menschheit beantworten muss.“